02.10.2026. Österreichs Poolbillard-Elite musste bei der 9-Ball-Weltmeisterschaft der Damen, der Herren-Doppel-10-Ball- Weltmeisterschaftspremiere und beim ebenfalls parallel dazu ausgetragenen Aramith Men’s Open in Bali, Indonesien, schon früh die Segel streichen.
Für 8-Ball- und 10-Ball-Weltmeisterin Jasmin Ouschan begannen die mit 200.000 US-Dollar dotierten 9-Ball-Titelkämpfe nach einer wetterbedingt turbulenten Anreise zunächst nach Plan. Die Kärntnerin, die aufgrund ihres nicht planmäßig mit- gereisten Gepäcks auf Fremdmaterial angewiesen war, bezwang zum Auftakt die chinesische Mitfavoritin Chen Siming mit 2:0 in Sätzen. Gegen Lokalmatadorin Julia Permata Sari folgte anschließend aber eine bittere 1:2-Niederlage, wobei im dritten Satz beim Stand von 3:3 das alles entscheidenden Shoot-out mit 3:4 verloren ging. In der Hoffnungsrunde musste die 9. der Weltrangliste dann auch noch die Koreanerin Harin Lee mit 0:2 ziehen lassen.
„Das ist eines meiner schlechtesten Ergebnisse überhaupt. Ich warte immer noch auf mein Gepäck und mein Queue. Meine ganze Energie floss in die Bewältigung der Situation, anstatt dass ich mich auf mein Spiel konzentrieren konnte. Irgendwann habe ich dann versucht, die Dinge einfach auf mich zukommen zu lassen und die Situation zu akzeptieren, aber sie hat mich dennoch viel zu sehr belastet. Ich kann kaum in Worte fassen, wie frustriert ich deswegen gerade bin. Ich weiß, es ist nur ein einziges Turnier, aber dieses Ergebnis wird mir noch eine Weile zu schaffen machen. Ich werde versuchen, die restliche Zeit hier auf Bali zu genießen, und dann sehen wir weiter“, erklärte Ouschan gestern auf ihrer Facebook-Seite.
Für ihre Kärntner Landsfrau Sandra Baumgartner verlief der WM-Start ebenfalls verheißungsvoll. Die Klagenfurterin rang die Philippinin Amit Rubilen nach verlorenem erstem Satz noch mit 2:1 nieder und startete auch fulminant in ihr zweites Match gegen die Taiwanerin Chia-Chia Chou. Nach der raschen 1:0-Satzführung drehte sich aber das Momentum zugunsten der Asiatin, die sich die beiden folgenden Durchgänge sicherte und Baumgartner in den Hoffnungsast zwang. Dort gelang gegen Chous Landsfrau Wan-Ling Wang kein weiterer Satzgewinn mehr.
„Gegen Rubilen gewinnt man nicht jeden Tag. Das war schon ein toller Erfolg, und anschließend ist es eigentlich auch gut weitergegangen. Ich bin dann aber nervös geworden und konnte das Niveau nicht mehr halten, auf dem ich am Anfang gespielt habe. Auf diesem Level ist das aber notwendig“, sagte Baumgartner.
Die Steirerin Lena Primus legte in ihrem Auftaktmatch gegen die Philippinin Rhaki Roj Constantino zunächst vor, musste dann aber die Leistungskonstanz ihrer Gegnerin anerkennen und sich mit 1:2 geschlagen geben. In der Hoffnungsrunde blieb es gegen die Koreanerin Yunmi Lim bei Teilerfolgen. Ein weiterer Satzgewinn war der Gleisdorferin dort aber nicht mehr gegönnt.
„Ich war leider nicht in Hochform, und bei einer Weltmeisterschaft, wo das Feld im Vergleich zu anderen Turnieren nochmals stärker ist, muss man einfach konstant Topleistungen abrufen, um erfolgreich sein zu können. Da liegt noch einige Arbeit vor mir, aber es war auf alle Fälle wieder eine wichtige Erfahrung für mich“, sagte Primus.
Herren-Doppel kämpft vergeblich
Bei der erstmals ausgetragenen, mit 200.000 US-Dollar dotierten 10-Ball-Weltmeisterschaft im Herren-Doppel gelang Team Austria mit Albin Ouschan, Mario He und Maximilian Lechner nur zu Beginn ein Matchsieg. Ouschan und He, zweifache World-Cup-of-Pool-Sieger, überrollten das chinesische Team mit 2:0 und ließen ihren Gegnern dabei keinen einzigen Game- Gewinn. Im Gewinnerast setzte es aber anschließend für He und Lechner gegen die Taiwaner Wu Kun Lin und Jui-An Hsu eine 1:2-Niederlage.
Ouschan und He sorgten in der Hoffnungsrunde gegen die Engländer Jayson Shaw und Darren Appleton dann mit einem glatten 4:0 im ersten Satz wieder für Hoffnung, blieben aber in den beiden anschließenden Durchgängen gegen die groß aufspielenden Briten ohne entscheidende Durchschlagskraft und holten nur mehr zwei Games.
„Albin und Mario haben es zu Beginn gut gemacht und 4:0, 4:0 gewonnen. Im zweiten Match haben wir dann gewechselt. Gegen Taiwan haben Mario und ich gespielt. Es war eine sehr zähe Partie mit extrem vielen Safes und sehr wenig Spielfluss. Speziell im dritten Satz haben wir uns nicht mehr wirklich zurechtgefunden. Bei mir war dann der Rhythmus weg. Wir haben uns deswegen dann entschieden, dass Mario und Albin wieder gegen Großbritannien spielen. Der erste Satz ging und Albin hatten dann nicht mehr wirklich viele Chancen. Das haben wir uns natürlich anders vorgestellt“, bilanzierte Lechner.
Vorrundenaus auch im Men’s Open
Auch beim mit 150.000 US-Dollar dotierten parallel zur 9-Ball-WM der Damen und der 10-Ball-Herren-Doppel-WM ausge- tragenen Aramith Men’s Open blieben die Erfolgserlebnisse für He, Lechner und Ouschan überschaubar.
He glänzte zu Beginn des Doppel-K.-o.-Grunddurchgangs mit einem klaren Erfolg gegen den Polen Adam Mscisz, unterlag aber anschließend dem Vietnamesen Phương Nam Pham mit 1:2. Der weitere Verbleib in der Konkurrenz glückte dem Vorarlberger gegen den Philippinen John Carlo Miraflor nach drei Sätzen erst im finalen Shoot-out. He behielt die Nerven und siegte dort mit 3:2. Gegen Miraflors Landsmann AJ Manas blieb der Rankweiler aber ohne weiteren Satzerfolg und schied aus.
Nach vier Vorrundenmatches war der Event auch für Maximilian Lechner beendet. Der Tiroler kam gegen den Chinesen Ma Chenchao mit einem 2:0-Erfolg zunächst gut aus den Startlöchern, wurde anschließend aber vom Franzosen Fabio Rizzi mit einer 0:2-Niederlage in den Hoffnungsast befördert. Dort gelang Lechner wie He ein weiterer Erfolg im Shoot-out. Gegen den unter neutraler Flagge antretenden Russen Ruslan Chinakov behielt der Innsbrucker nach Satzgleichstand und einem 3:3 im dritten Durchgang am Ende bei den alles entscheidenden Pots auf den 10-Ball den Fokus. Heute war aber für Lechner beim Kanadier Alex Pagulayan mit seiner zweiten 0:2-Niederlage Endstation.
Zu einem Déjà-vu-Erlebnis kam es heute für Albin Ouschan gegen den Deutschen Felix Vogel. Der dreifache Weltmeister musste sich in Bali wie auch im Juni im Achtelfinale beim Billard Beckmann Men’s Open in Sankt Johann im Pongau nach Satzgleichstand und ausgeglichenem drittem Durchgang dem jungen Deutschen im Shoot-out geschlagen geben. Nach einem 2:1-Auftaktsieg gegen den Iraker Ali Ameer, einer 0:2-Niederlage gegen den Philippinen Paolo Gallito und einem 2:0- Hoffnungsrundenerfolg gegen Lokalmatador Jefry Zen bedeutete diese Niederlage aber das Vorrundenaus für den Kärntner.
Weitere Informationen:
WPA 9-Ball-WM Damen 2026: https://probilliardseries.com/event/2026-bali/womens-9-ball-world-championship/
WPA 10-Ball-WM Herren-Doppel: https://probilliardseries.com/event/2026-bali/mens-doubles-world-championship/
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